Kosovo . Der Kosovo ist einer der jüngsten Staaten Europas. Langsam strömen die Touristen in dieses Land auf dem Zentralbalkan und entdecken die zahlreichen Schönheiten.

Bild zeigt die Stadt Prizren.

Woher kommt der Name ‚Kosovo‘

Wenn sich zwei Länder um ein Gebiet streiten und deren Geschichte keinen eindeutigen Aufschluss darüber gibt, wie es mit den historischen Wurzeln ausschaut, dann sind das eher bedrohliche Vorzeichen. Bis in die Gegenwart hinein ist der Kosovo ein Streitfall zwischen Serben und Albanern. In ihren vermeintlichen Rechtsansprüchen trennt sie dabei nur ein Buchstabe. Die Albaner sprechen von Kosova und die Serben von Kosovo. Unbestritten ist hingegen die Tatsache, dass der Name des Balkanlandes vom serbischen Wort für das „Amselfeld„, Kosovo Polje, abzuleiten ist. Vor diesen Hintergründen grenzt es an ein Wunder, dass sich der Kosovo – wenn auch behutsam – zu einem interessanten Ziel des internationalen Tourismus entwickelt hat.

Die Charakteristik des Kosovo

Dieses Land gilt als eine der Perlen zwischen Okzident und Orient. Dies ist eine geschichtsträchtige und durch den Anmut ihrer Natur gesegnete Region. Der Kosovo erstreckt sich im Südosten Europas über eine Fläche von rund 10.900 Quadratkilometern und grenzt im Norden und Osten an Serbien, dessen Regierung den jüngsten Staat des Kontinents ablehnt. Vielmehr betrachten die Serben dieses Gebiet als eine Wiege ihrer Nation.

Dessen ungeachtet haben mittlerweile 114 Länder der Welt das Land Kosovo anerkannt. Das gibt den Menschen die hier leben, trotz aller ethnischer Differenzen, auch im Tourismus Sicherheit und einen Hoffnungsfunken für die Zukunft.

Bild zeigt eine Karte der Nationalparks im Kosovo.

In vielen Teilen des Landes ist das osmanische Erbe sichtbar. Nicht nur durch die erstaunliche Zahl an serbisch-orthodoxen Klöstern sondern durch eine interessante Kultur und durch Städte, die sich von den Wirren und den langen Schatten der kriegerischen Auseinandersetzungen inzwischen erholt haben. Der Tourismus soll einen Beitrag leisten, dass sich der Kosovo weiter öffnet. Das Land lebte seit der Unabhängigkeit in wesentlichen Bereichen von Hilfen aus dem westlichen Ausland, doch diese Projekte fördern neuerdings vor allem den Tourismus.

Die Klosteranlagen sind sehenswert

Über byzantinische und romanische Wurzeln verfügen die Klöster und Kirchen des Landes. Zur Liste des Weltkulturerbes der UNESCO zählt das Kloster Decani mit seinen einzigartigen Fresken aus dem frühen 14. Jahrhundert. Hellrosa und weiß leuchtet die Fassade des weltbekannten Gebäudes. Im Innern der Anlage gibt es zahlreiche kostbare Ikonen und Kronleuchter. Die Bibliothek des Klosters verwahrt seit vielen Jahrhunderten wertvolle Handschriften. Die fünfschiffige Basilika dient als Grabstätte des legendären Königs Stefan Uros III., dessen Sarg einen Platz im Hauptschiff fand. Im Kloster erhielten während des Kosovo-Krieges abwechselnd Serben, Roma und Albaner Asyl. Das Gotteshaus ist ein prächtiges Beispiel des einstigen byzantinischen Kunstverständnisses.

Der Tourismus erwacht

Bis zum Jahr 1970 war Kosovo so etwas wie ein Niemandsland für Urlauber, denn es mangelte vor allem an Straßenverbindungen. Und so beschränkten sich die meisten ausländischen Gäste darauf, die Thermalquellen im Lande zu nutzen. Der Jugoslawien-Krieg stoppte dann für einige Zeit alle touristischen Pläne. Die aber flammten nach der Autonomie des Kosovo wieder auf. Und seither steht das Land dem internationalen Tourismus wieder offen und bietet auf einem relativ überschaubaren Gebiet eine Fülle von Sehenswürdigkeiten und Freizeitaktivitäten.

Die Hauptstadt Pristina

Das gilt in einem besonderen Maße für Pristina, dem kulturellen und ökonomischen Zentrum des Kosovo. Der Ruhm dieser Stadt begann im 14. und 15. Jahrhundert, als während der Herrschaft der Osmanen Moscheen, Karawansereien und Bewässerungsanlagen entstanden. Wer heute durch das Ethnologische Museum wandert, der begibt sich in Pristina auf eine Wanderung durch die Historie des Landes. Sehenswert sind in der Hauptstadt aber auch der sogenannte Große Hamam im Nordwesten der Sultan-Mehmet-II.-al-Fātih-Moschee und die römisch-katholische Mutter-Theresa-Kathedrale. Sie befindet sich nach den im Kriege erlittenen Beschädigungen derzeit in einer Phase der Renovierungen.

Bild zeig ein Hotel im Kosovo.

Venus Hotel, Pristina

In Pristina, 19 km vom Newborn Monument entfernt, bietet das Venus Hotel Unterkünfte mit einem Restaurant, kostenfreie Privatparkplätze, ein Fitnesscenter und eine Bar. Die Unterkunft befindet sich 20 km von der Skanderbeg Statue Pristina.

Die Unterkunft bietet eine 24-Stunden-Rezeption, Flughafentransfers, Zimmerservice und kostenfreies WLAN in der gesamten Unterkunft.

Mehr Infos und buchen

Zeugnissen aus der osmanischen Ära des Kosovo begegnen den Besuchern der Stadt Pristina auf Schritt und Tritt. Allerdings wurde auch Pristina im Laufe ihrer Geschichte heimgesucht von Zerstörungen im Österreichisch-Türkischen Krieg sowie durch Brandkatastrophen im 19. Jahrhundert. Dabei verlor Pristina einen Teil seines mittelalterlichen Charmes und auch etliche Gebäude, die im orientalischen Stil errichtet wurden. Touristische Ziele der Stadt sind aber auch die sehenswerte Nationalbibliothek und das Grab von Ibrahim Rugova, des ersten Präsidenten des Kosovo, der die Unabhängigkeit des Landes vorantrieb und auch ein erfolgreicher Schriftsteller war.

Prizren

Über der Altstadt von Prizren, im Südwesten des Kosovo, thront eine Burg, die aus römischen Zeiten stammt. Prizren, gelegen zu Füßen des Berges Sar Planina, ist so etwas wie das Tor zum Nachbarn Albanien. In der Nähe befindet sich ein wichtiger Grenzübergang. Die Stadt war einst ein bedeutendes Handelszentrum. Heute ist die osmanische Steinbrücke über dem Fluss Bistrica ein beliebtes Fotomotiv. Die Brücke mit ihren drei Bögen verbindet zwei Stadtteile. Wo sich nunmehr die Ruinen der alten Festungsanlage befinden, fanden Archäologen bei ihren Ausgrabungen Spuren von einer Besiedelung in der Bronzezeit. Sehenswert ist in der Nähe von Prizren, in der romantischen Bistrica-Schlucht, das Erzengelkloster mit dem sogenannten „Kaiserplatz“, auf dem sich ehemals ausschließlich serbische Zaren aufhalten durften.

Gjakova

In der kleinen Stadt Gjakova, im westlichen Teil des Kosovo, sind die Einwohner stolz auf ihren historischen Basar. Der Komplex hat eine Länge von fast einem Kilometer und versteht sich als Zentrum des Handwerks. Bis zum Jahr 1900 beherbergte der Basar von Gjakova rund tausend Betriebe. Um den Karawanen die Fahrt zu diesem Handelsplatz zu ermöglichen, wurden in der Stadt die Gerberbrücke, die Schneiderbrücke und die Fshajt-Brücke gebaut.

Kosovos Natur ist einzigartig

Wer sich einen Urlaub in einer unberührten Natur wünscht, der sollte zu den sogenannten „Albanischen Alpen“ reisen. Dies ist ein Eldorado für Wanderer und für Liebhaber unverfälschter Landschaftsformen. Die Menschen in den „Verwunschenen Bergen“ begegnen ihren Besuchern mit einer großen Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Die schroffen Gipfel und die tief eingeschnittenen grünen Täler befinden sich im Dreiländereck von Albanien, Montenegro und dem Kosovo.

Peja, die vielfältigste Stadt im Kosovo

Die Stadt Peja ist so etwas wie das Tor zu den „Albanischen Alpen“. Das Patriarchenkloster Pec gehört zum UNESCO-Welterbe. Wer in der Rugova-Schlucht wandert, bedient sich hier und da eines Klettersteigs. Der 2694 Meter hohe Jecerca überragt den Nationalpak Mjeshket e Nemuna. Hier endet unter anderem der bedeutende Fernwanderweg „Peaks of the Balkan“.

Das Amselfeld, und was es damit auf sich hat

Das Amselfeld, nördlich von Pristina, erhielt in den Geschichtsbüchern Europas einen festen Platz. Dies war im Jahr 1389 die Kulisse einer epochalen Schlacht. Noch immer leiten serbische Nationalisten aus den Geschehnissen auf dem Amselfeld Ansprüche auf die Kosovo-Region ab. Allerdings streiten sich die Historiker über den militärischen Ausgang dieser Schlacht zwischen den Türken und den Serben. An das Datum dieser kriegerischen Auseinandersetzung erinnert ein 25 Meter hohes Denkmal, das einem mittelalterlichen Turm nachempfunden wurde. Noch einmal, im Jahr 1448, war das Amselfeld der Aufmarschplatz eines Krieges zwischen den Türken und den Ungarn.

Das kulturelle Gesicht des Kosovo

Die reichhaltige Kultur des Kosovo spiegelt sich noch immer in den zahlreichen Moscheen, Kirchen und Klöstern des Landes. Das einstige Kloster Banjska, das nördlich von Mitrovica zu finden ist, wurde im frühen 14. Jahrhundert durch den serbischen König Stefan Uros II. Milutin errichtet, der zu seinen Zeiten die Macht über große Teile des Balkans übernommen hatte. Nach seinem Tod wurde der Regent im Kloster Banjska beigesetzt. Später wurde der Komplex von den Türken zu einer Moschee umgebaut, ehe er zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder dem Christentum zugeführt wurde. Ähnliche Prozesse machten zahlreiche sakrale Bauwerke des Kosovo im Laufe ihrer Geschichte durch.

Das Kloster Gracanica zählt zu den wichtigsten orthodoxen Klöstern des Landes. Dies ist ein Bau aus Quader- und Ziegelsteinen in der Form eines Kreuzes. Gut erhalten sind dort die Fresken, die bei den Plünderungen durch die Osmanen verschont blieben. Reste von Wandmalereien werden auch in der Einsiedelei des heiligen Petar in der Nähe von Prizren geschützt. Sie stammen aus dem 13. Jahrhundert.

Die Küche des Kosovo

Die kosovarische Küche ist wohl das beste Beispiel für die Wandlungsfähigkeit der Menschen dieser Region. Bis in die heutige Zeit werden die Speisen des Landes beeinflusst von der Geschichte und den ethnischen Verschiedenheiten der Einwohner. Milchprodukte spielen seit jeher eine wichtige Rolle in der Ernährung. Zu den Nationalgerichten zählt aber zweifellos das „Fli“, ein vielschichtiger Teig, gefüllt mit Joghurt. So mancher Urlauber, der diese Region auf dem Balkan bereist hat, schwärmt von dem würzigen Quebapa. Dies ist ein Hackfleisch vom Rind oder vom Lamm, das auf dem Holzkohlengrill entsteht.

Die gesamte Gemüse-Palette findet Verwendung in der Küche des Kosovo, wobei sich die Zutaten zu den traditionellen Speisen von Dorf zu Dorf ändern können. Die Geschichte der Weinkultur des Kosovo geht bis auf die Antike zurück. Der Anbau von Trauben hat eine fast schon rituelle Bedeutung und wurde zu einem wichtigen Wirtschaftszweig in einem Land, das sehr behutsam zu sich selbst findet und wo der internationale Tourismus noch in den Kinderschuhen steckt. Doch die reichhaltige Kultur des Kosovo und die anmutige und vielseitige Landschaft sind es wert, besucht zu werden.

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